Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 07.Juli 2010 in seiner Sitzung die Einwilligung zur Aufhebung der qualifizierten Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm (MAP) erteilt. Damit ist der Weg frei, die bislang gesperrten Mittel in Höhe von 115 Millionen Euro in diesem Jahr für die weitere Förderung der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt zu nutzen. Das Förderprogramm für kleine Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (Mini-KWK) bleibt aber weiterhin ausgesetzt.
In der Praxis bedeutet dies nun, dass der am 3. Mai 2010 verkündete
Programmstopp für das Marktanreizprogramm sofort aufgehoben wird. Mittel
in Höhe von 115 Millionen Euro stehen somit wieder zur Verfügung. Auf
380 Millionen Euro beläuft sich die Gesamtförderung damit in diesem
Jahr.
Mit einer neuen Förderrichtlinie, welche vorraussichtlich am 12.Juli
2010 in Kraft treten soll, soll die Förderung für effiziente,
umweltfreundliche und sparsame Heiztechnik fortgesetzt werden. Zunächst
bis zum Jahresende 2011 sollen die neuen Förderbedingungen gelten.
Allerdings ist geplant zukünftig
nur noch Anlagen im Bestand
und nicht mehr im Neubau zu fördern. Einzelne Fördersätze und Boni
werden gekürzt. Und auch nicht mehr alle bislang geförderten
Heizanlagentypen fallen unter die neue Förderung. Ausgeschlossen sind
Solaranlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen sowie
luftgeführte Pelletöfen und Scheitholzvergaserkessel.
Für Wärmepumpen werden die Effizienzanforderungen erhöht. Ab sofort
gelten folgende Mindestanforderungen der Jahresarbeitszahlen:
- 3,7 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
- 4,3 bei
Wasser/Wasser-Wärmepumpen sowie Sole-Wasser-Wärmepumpen
- 1,3
bei gasbetriebenen Wärmepumpen
Vorraussichtlich ab dem
12. Juli 2010 sollen die Förderanträge mit neuen Antragsformularen (!)
nach der neuen Richtlinie beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden können. Anträge, die bis zum
zum Förderstopp am 3.Mai 2010 eingegangen waren, sollen die Förderung
nach den alten Konditionen erhalten. Beim BAFA eingegangene Anträge im
Zwischenzeitraum vom 04.05.10 bis zum 11.Juli 2010 laut
Bundesumweltministerium werden abgelehnt. Eine erneute Antragstellung
nach den neuen Förderrichtlinie soll möglich sein.
Das Förderprogramm für kleine Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung
(Mini-KWK) bleibt weiterhin ausgesetzt. Die über die KfW-Bankengruppe im
Rahmen des MAP erfolgte Darlehensförderung für Wärmenetze,
Biomasse-KWK-Anlagen, Wärmespeicher und Geothermieanlagen war von der
Haushaltsperre nicht betroffen und wird deshalb unverändert fortgeführt.
Reaktionen zur MAP-Entsperrung:
Mit
großer Erleichterung nimmt der
Bundesindustrieverbands
Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH)
den Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages auf, die
Fördermittel für erneuerbare Wärme wieder freizugeben. „Wir sind froh
darüber, dass nun endlich Klarheit herrscht und erwarten, dass der in
den vergangenen Wochen eingebrochene Markt durch die Fördermittel wieder
anspringt“, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke. Der Verband
sieht in der heute einstimmig gefällten Entscheidung des
Haushaltsausschusses ein starkes Signal aller Politiker, das Tempo für
den Ausbau erneuerbarer Energien in Kombination mit Energieeffizienz zu
beschleunigen. Mit diesem nunmehr wieder klaren politischen Willen kommt
auch die Bundesregierung ihren anspruchsvollen Klima- und
Ressourcenschutzzielen erneut ein Stück näher. „Besonders freut uns,
dass die Sicherheit für Investoren, die auf moderne, energieeffiziente
Heiztechnik mit erneuerbaren Energien setzen, wieder hergestellt ist“,
so Andreas Lücke.
Auch der
Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)
begrüßte, dass ab sofort wieder Fördermittel für den Einbau von
Solarheizungen zur Verfügung stehen.
„Die Aufhebung der Fördersperre kam in letzter Minute. Ein weiteres
Ausbleiben der Fördergelder hätte viele Unternehmen in die Insolvenz
getrieben“, so BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig. Körnig kritisierte,
dass in den letzten Monaten große Kollateralschäden in der
Solarthermie-Branche in Kauf genommen wurden. Nun könnten Branche und
Verbraucher endlich aufatmen.
Der
Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) begrüßte
ebenfalls die erteilte Freigabe der seit Mai gesperrten Fördermittel in
Höhe von 115 Mio. EUR für das Marktanreizprogramm (MAP) durch den
Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. DEPV-Vorsitzende Beate
Schmidt dazu: „Dieser Schritt war überfällig. Wir erhoffen uns hierauf
eine positive Reaktion des Heizungsmarktes, denn die Verbraucher waren
durch den Förderstopp stark verunsichert.“ Nach Einschätzung der
DEPV-Vorsitzenden sind zur Modernisierung des teils sehr veralteten
Heizungsbestandes in Deutschland finanzielle Anreize zur Überzeugung des
Verbrauchers notwendig. „Nur dann“, betonte die Vorsitzende, „wird das
von der Bundesregierung aus Klimaschutzgründen geplante Ziel von 14
Prozent
Anteil erneuerbarer Energien am Wärmemarkt erreichbar sein.“
Weitere Informationen finden sich
hier im Internet und vorraussichtlich ab dem
12.Juli beim BAFA.